2024 war viel….

2024 war ziemlich viel. Und ziemlich viel Arges. Im höchstentwickelten Dritte Welt Land der Erde ist ein Typ gewählt worden, dessen Aussagen in einem dystopischen Roman umgehend vom Lektorat mit „Ned bös sein, aber das hat man bei Atwood, Dick und Heinlein schon besser gelesen!“ annotiert würde.

Der Vernichtungskrieg im nahen Osten ist nicht diskutierbar, weil die jeweilige Fankurve sofort entweder „ihr seid alle Terroristen“, „ihr seid alle Antisemiten“ oder „es gibt keine (beliebig einsetzen)!“ grölt. Dass der Mensch ein Viech sei, triffts in dem Fall nicht, kein Viech verhält sich so. Im ferneren Osten behandeln die alten Männer mit den langen Bärten und den delusionalen Überzeugungen, die sie von einem unsichtbaren Freund haben, Frauen mittlerweile so, wie sie es immer schon wollten: Wie Nutztiere.

Jetzt sollte man glauben, dass, wenn schon die Menschenrechtsorganisationen nichts ausrichten können dagegen, vielleicht die Tierfreundinnen einspringen würden (Spoiler: nein) , weil die politischen Vertreter:innen haben ja keine Glaubwürdigkeit mehr – ich kann ja nicht empört rufen „Frauen haben die selben Rechte wie Männer“, wenn ich gleichzeitig überall verkünde, dass für Geflüchtete und/oder Menschen mit Migrationsgeschichte eben nicht die selben Rechte gelten sollen wie für alle anderen, sondern die für Strafgefangene, oder die für afghanische Frauen, z.B.

Man muss es nicht extra erwähnen: Die Alpha-Kevins hier, die sehr gern auf diesen „Your Body, my choice“ Zug aufgesprungen sind, brüllen auch gern „Remigration“. Das muss wohl so eine Bubensache sein, gell? Kein Selbstwert, nix dahinter, aber Goschen aufreißen. Kost nix, man fühlt sich besser und in der Gruppe ur stark (kriegt aber trotzdem keine Freundin). So sad. Jahrzehnte im Unterricht mit Jugendlichen trösten mich aber: Einige wurden dann echt noch erwachsen. Das ging dann. Halbwegs halt.

Von so viel Verrohung umgeben hatte ich 2024 tatsächlich ganz kurz den dringenden Wunsch, Typen wie Pierer und Benkö eine Postkarte zu schreiben mit dem Text

„Thinking of you. See you soon. xxx Luigi“

Das war wirklich, wirklich entlastend – ich habe mich aber entschlossen, mich nicht auf Fankurven- , Religioten- , oder INCEL- Niveau zu begeben. (Auch nicht auf das der Tierfreundinnen, aber Menschenhasserinnen) Weil ich sonst um nix besser bin als die von mir hier Vorgeführten.

Apropos Vorführen: Die „Kickllage“ führt 2024 sehr eindrücklich vor, wie man den Blick der Menschen auf ein Detail richtet, damit die großen Schweinereien nicht auffallen. Die Ausgaben des Staates, die am häufigsten beredet, „aufgezeigt“, beschrieben und grafisch illustriert werden, sind: die Mindestsicherung, die Wohnbeihilfe, die Flüchtlingshilfe. Es handelt sich (zusammengenommen, weil sonst die Einzelposten zu klein sind) um 2,8% des gesamten Sozialbudgets. ( Der Rest, 87,2% sind die Pensionen, die Krankenversicherung, Arbeitslosengeld, Witwen, Waisen, Invaliden…also das, wovon die „Kickllage“ laut eigenem Befinden nichts bekommt, das fließt ja alles zu den „Ausländern“ )

Wie man all diesen Dingen beikommt, fragt ihr? Indem jede_r von uns das kleine Licht der Vernunft weiterträgt. In jede Diskussion. In jedem Medium. Indem wir füreinander einstehen, füreinander da sind. Indem wir nicht vergessen, dass wir homo „sapiens sapiens“ sind. Wir geben nicht auf.

Ein gutes 2025 wünsche ich uns allen.

Möge jede_r bekommen, was er verdient. (Okay, das nehm ich zurück 😉 )

Möge jede_r von euch bekommen, was er/sie braucht/wünscht!

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