Leute, ihr habt im Beitrag davor gelesen, worum es geht.
So gehts weiter:
Ich schreibe der Bildungsdirektion, weil ich verhindern will, dass der Staat mir Gehalt überweist, das mir nicht mehr zusteht:

Ich bekomme eine „Zwischenerledigung“ der Bildungsdirektion am 12.9. – weil ich ja diesmal wieder direkt an den Direktor der Bildungsdirektion geschrieben habe. Auch an die verantwortliche Leiterin der Personalabteilung, btw. Aber die antwortet mir nicht.
Der Tweet, den ich über diese Sache absetze, geht viral und „heute“ bringt einen Bericht. Nicht freigegeben von mir, aber das ist halt „heute“.
Ich bin ihnen dankbar, denn die Bildungsdirektion hat ihnen eine Stellungnahme übermittelt, in der es heißt, wir hätten
AUFFASSUNGSUNERSCHIEDE.
Ja, haben wir eh.
ICH bin der Auffassung, dass gerade Prozesse, die Geldflüsse beinhalten, besonders gut kontrolliert werden müssen. (Ich hab auch was anderes gelernt, ich bin auch Unternehmensberaterin gewesen und da u. a. , mit dem Spezialgebiet Aufbau- und Ablauforganisation, Evaluierung und Restrukturierung von Prozessen etc)
(Bei so etwas muss ich immer an den früheren, von mir äußerst geschätzten Controlling Chef Dr. S von Xerox denken, der mir, neben vielen hilfreichen Tipps auch den geschenkt hat: „Mädel, merk dir: A Buchhalter mit Fantasie sitzt im Häfen!“. Und den : „Wenn jemand immer da ist und alles selber macht, werd ich automatisch misstrauisch! Weil der bescheißt. Merk dir das, Mädel!“)
Die Bildungsdirektion hingegen ist anderer Auffassung. Deswegen heißt es auch : Auffassungsunterschiede.
Diese Auffassungsunterschiede über das Lenken von Geldströmen und über das, was man in einem richtigen Unternehmen „Sorgfaltspflicht eines ordentlichen Kaufmanns“ nennt, führten heute dazu:

Ich hätt ja wetten können, dass die das nicht hinbekommen, auch wenn man es ihnen sagt, aber niemand von meinen Kolleg:innen hätte dagegen gewettet. Mein „Septembergehalt“ ist am Konto.
In meinem Mail habe ich der Bildungsdirektion vorgeschlagen, die Abläufe zu evaluieren und die Leitung jemandem zu übergeben, der etwas davon versteht. (Sie werden diesem Vorschlag erst nachkommen, wenn der Rechnungshof sie dazu zwingt, vermute ich).
Dabei ist es gar nicht schwer, die Fehler im Prozess zu finden:
- Es gibt offenbar einen Flaschenhals in der Personalabteilung. Die ANMELDUNG von neuen MA funktioniert nicht. (Beispiel: Mein Kollege war 2 Monate lang nicht versichert. Die Bearbeiterin in der BD riet ihm, sich beim AMS zu melden, damit er versichert würde. Mehrere Kolleg:innen schreiben mir, dass sie ihr Gehalt nach der Karenz etc erst Monate später bekommen würden. Direktor:innen sagen den Jungen immer sofort, dass es bis zum ersten Gehalt Monate dauern könne)
- Es gibt offenbar mehrere, schwere „bugs“ im Gehaltssystem. (Mehrere Kolleg:innen melden, dass ihre Abrechnungen nicht stimmen würden. Und zwar nicht punktuell, sondern regelmäßig. So warten viele seit fast einem Jahr auf Bezahlung von Sportwochen, Schülerreisen etc)
- Bei der Migration ins neue SAP System (das der Bund schon lang verwendet) hat man, warum auch immer, auf die Geschäftsfälle „Prüfungsgebühren für Externistenprüfungen“ vergessen. Unfähige Projektleitung oder Sparmaßnahmen – die BD KANN keinen „base case test“ durchgeführt haben, weil ihr das sonst auffallen hätte müssen. (Mehrere Kolleg:innen warten seit Dezember 2022 auf tausende Euro)
Die Vorgänge wurden ins vorherige System eingegeben. Im Jänner kam das neue System, in dem diese Abrechnungen natürlich nicht drin waren (nicht bedacht beim Migrieren).
Die Verantwortliche“ für diese Vorgänge behauptet, der Direktor sei schuld – er hätte das ins neue System eingeben müssen (das es zu diesem Zeitpunkt noch gar nicht gab!).
Alle versuchen verzweifelt, ihr zu erklären, dass auch eine Eingabe im Nachhinein nicht möglich ist. (Eingabe ins System bewirkt nämlich a) Ausstellung eines Externistenzeugnisses und b) eine Prüfungsgebühr für die Prüfenden. ) Jetzt wird sie geklagt, weils den Kolleg:innen reicht. - Es gibt ein Schnittstellenproblem. In meinem Fall haben sie zwar jetzt kapiert, dass mich nicht mehr der Bund bezahlt (das erkennt man am Bild, jetzt zahlt die Landesregierung. Weil ich wieder zum Land rücküberstellt wurde) ABER das mit der Pension habens noch immer nicht gecheckt.
- Es gibt ein schweres, arbeitsrechtlich bedenkliches Verhalten der Bildungsdirektion: Mehrere Kolleg:innen, die ebenfalls etwas erzählen wollten, wurden angewiesen (bzw tw bedroht), nicht mit den Medien zu reden. Sie hätten einen sog. „Maulkorberlass“ unterschrieben, dass man über Missstände nicht reden dürfe.
Brav, wie sie alle sind, traut sich kaum jemand. (Bevor jemand fragt: Unsere Gewerkschaft verdient ihren Namen nicht, ebensowenig wie die Personalvertretung. Die Arbeiterkammern vertreten Lehrpersonen leider vom Gesetz her nicht, weil dann wär das bereits abgestellt.)
Also bleibt es typisch österreichisch: Bei Pressekonferenzen stehen ein paar Würschteln vorn, die erklären, dass es kein Problem gibt. Jetzt grad wieder: Nein, es gibt kein Problem, alle Lehrer:inenstellen sind besetzt…und am 11.9. gibts dann eine Öffnung der Homepage für die Bewerbungen für DIESES, laufende Schuljahr – fast 300 Stellen. Sicher werden sie uns erklären, dass diese fast 300 alle in Pension gegangen sind (überraschend!) oder krank geworden sind, oder spontanschwanger?

Bleibt noch zu überlegen, was ich jetzt mach.
Ich glaub, ich leg das „Septembergehalt“ auf ein Sparbuch und warte. Vielleicht bearbeiten sie ja meinen Akt irgendwann doch noch…