2020. Ein allgemein „lustiges“ Jahr. Irgendein Kind steckt mich irgendwann mal mit TBC an, die zufällig im Rahmen einer Blutuntersuchung als „latente TBC“ festgestellt wird. Ich muss 9 Monate ziemliche Hammermedis nehmen, damit die TBC sich schleicht. Weil zusätzlich grad COVID grassiert, bin ich ab Mitte Juni zu Haus. (aber im Herbst 2020 wieder im Dienst)
Die Direktorin geht in Pension und ein Teil der Belegschaft verfasst einen „offenen Brief“:

Natürlich unterschreib ich das auch:

…und daraus entwickelt sich eine richtige Doku-Soap:
Zuerst reagiert die Direktorin mit einem Mail an alle, das sich zwischen Maßregelung und jammervollem Unverständnis nicht recht entscheiden kann.
Dann holt sie sich die einzelnen Unterzeichner:innen und droht ihnen offenbar mit allen möglichen Dingen. Viele ziehen ihre Unterschrift wieder zurück. (Merke: Lehrpersonen haben häufig so viel Rückgrat wie eine Nacktschnecke.)
Der Personalvertreter, der ursprünglich auch unterschrieben hatte und natürlich auch zurückzog, sieht sich gehalten, folgendes Mail an uns auszusenden:

(Falls irgendwer von den hier mitlesenden Lehrpersonen sich immer schon gefragt hat, warum die Lehrergewerkschaft nix zusammenbringt für uns – solche „Vertreter“ sind des Rätsels Lösung. )
Mir schreibt sogar der Anwalt der Direktorin. Keine Ahnung, warum sie es bei mir nicht mit einem Einschüchterungsgespräch versucht wie bei den anderen. (Das „keine Ahnung“ ist rhetorisch. Wir wissen, warum.)

Ich schicke den ganzen Mailverkehr an meine Gewerkschafterin – die mir anbietet, die Beste an die Dienststellenaufsicht zu melden, weil sie allen Ernstes einer im Dienst stehenden und ihr zugeteilten Lehrkraft durch einen Anwalt drohen lässt. Ich verzichte dankend, dafür ist mir meine Lebenszeit zu schade.
Da ich schon länger im Schuldienst bin, weiß ich: Ich brauche einfach gar nichts zu tun.
Wie geht die Geschichte aus?
Ja so wie alles im Schuldienst ausgeht. Es passiert: gar nichts.
Die alte Direktorin geht in Pension, der neue Direktor kommt, ich unterrichte.