4.Klassenbucheintrag für die Schule

2015, Jahresanfang

Im Unterricht mit den diversen Team- Kolleg:innen ist anfangs immer dasselbe Phänomen zu beobachten. Ich sag was zum Thema oder such ein passendes Bild/Video auf dem PC oder schreibe über den Beamer mit – die Koll. zeigen deutliche Kennzeichen von Anspannung und kontrollieren (je nach Person eher gschickt oder eher ungschickt), ob ich eine Vollidiotin bin oder nicht oder ob ich fähig bin, richtig zu schreiben.
Die Anspannung legt sich schnell (ich ziehe es vor zu glauben, dass die Koll. erkennen, dass ich überraschenderweise doch keine Vollidiotin bin und dass sie nicht einfach das Handtuch werfen 😉 ).

Eines Tages gehe ich mit der Teamkollegin die Treppe runter und sie dreht sich plötzlich zu mir: „Du bist ja ganz anders als die anderen Sozialpädagoginnen, was hast du für eine Ausbildung?“
Ich sag ihr, dass sie Sonderpädagogik meint und nicht Sozialpädagogik und ja, ich hab zusätzlich noch andere Ausbildungen. (Die muss ja ein paar Halblustige erlebt haben vor mir!)

Ich verzichte darauf, ihr und den anderen nochmal zu sagen, dass das, was hier unterrichtet wird, nun wirklich nicht Raketentechnik ist und ich das a) in der überbetrieblichen Lehre immer mit den Kids in den Lernstunden geübt und gelernt habe und b) ich mir das, was ich nicht wusste, also z.B. Buchungssätze in Rechnungswesen, über deutsche Youtube Kanäle selbst beigebracht habe in den ersten Schulwochen. Im Unterricht hab ichs, trotz umfassender Kenntnisse von Ablauforganisation, leider nicht kapiert. (Der österreichische Rechnungswesenunterricht hat eine, wie soll ich sagen, originelle Didaktik. Oder keine. Oder eine, die weder die Kids noch ich begreifen. Aber das ist mal ein Kapitel für das Buch „Die Schule von innen“, hier im Blog online)

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