2.Klassenbucheintrag für die Schule

2014, September:
In jedem Unternehmen gibt es jemanden, der einem am Anfang die wichtigsten Tipps gibt: Wo ist was, wie wird was gehandhabt, etc. etc. Das ist auch in der Schule so.

Koll. X zieht mich auf die Seite und sagt mir (mit offensichtlichem Genuss), dass Koll. G mit einer Frau zusammenlebt, dass ich mich vor der Koll. B. in Acht nehmen soll und dass die I vom Personal einen Film gedreht hätt.
(Mit Rücksicht auf die hier eventuell mitlesenden Jugendlichen nenne ich den Film mal „Pocahontas für Erwachsene“, okay?)

Zu diesem Zeitpunkt weiß ich noch nicht einmal, wo die Ausflugsformulare sind, wie ich oben im Restaurant essen kann oder wo ich meine Jacke hinhängen kann. First things first, offenbar.

Im Lauf der Zeit lerne ich alle drei Kolleginnen kennen – mit der sehr netten und fähigen G unterrichte ich sogar ein paar Jahre, vor der B. musste ich mich nie in Acht nehmen, weil die nur die Kolleg:innen verfolgt, die ihre puritanische Auffassung von Arbeitshaltung nicht teilen und die I – ja die hätt ich in dem Film nie erkannt. (Den bekomm ich auf Anfrage umgehend geborgt. Er ist unspektakulär, btw., vermittelt jedoch ein völlig falsches Bild von Handwerkern. Kein Handwerker kommt innerhalb von 20 Minuten nach dem Anruf, sieht scharf aus UND repariert in der Sekunde alles, was kaputt ist UND verzichtet aufs Bargeld. Kinder, solche Filme sind schlecht für euch!)

Zeitreise nach 2022: Ich bin mit mehreren Klassen und den jungen Kollegen auf Ausflug. Beim Mittagessen sitzt mir der junge Kollege gegenüber und druckst so herum. „Los, spucks aus“, sag ich., „was ham sie dir erzählt?“

Dass er sich vor der B in Acht nehmen soll, dass die I einen Film gedreht habe und – DASS DIE WIEGELE EIN GANZ GANZ ARGES SEXBUCH GESCHRIEBEN HABE.

OMG, ich habs geschafft. Ich gehör zu den „drei oagen Dingen“.

Ich würde ja gern glauben, dass ich empörender bin als die lesbische G – fürchte aber, dass dies nur dem Umstand geschuldet ist, dass sie seit ein paar Jahren in Pension ist. (Die I ist auch nicht mehr da und ich bin in einem Monat weg – ich werde mich nächstes Jahr erkundigen, was man den Jungen nun erzählt!)


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