Toto, I have the feeling we´re not in Kansas anymore

Vor ein paar Tagen hat sich Dr. Lisa Maria Kellermayr, https://www.dr-kellermayr.at/ eine Ärztin, das Leben genommen. Oder, besser: Die Untätigkeit, die Wurschtigkeit, die Inkompetenz der Behörden und bei einigen wohl das heimliche Einverständnis mit ihren Verfolgern hat sie umgebracht. (Siehe ihre website, bitte runterscrollen)

Jetzt reagieren Menschen unterschiedlich auf diese Nachricht. Schockiert, wütend, verzweifelt. Und gehässig, befriedigt, jubelnd.

Und Natascha Strobl, eine österreichische Politikwissenschaftlerin, die sich besonders mit Rechtsextremismus beschäftigt, bekommt ein Mail:

Es gibt ja immer unterschiedliche Zugänge, wie man mit so etwas umgeht.

Der erste und sicher der gescheiteste: Man macht sich bewusst, worum es geht.

“I sat with my anger long enough until she told me her real name was grief.” (C.S Lewis)

Ja eh, eh. Aber das widerspricht meinem Gerechtigkeitssinn.

Daher nehm ich Zugang 2 und 3.

Zugang 2 ist, dass ich der deutschen Hackerin „Nella“ https://linktr.ee/Nella_allami für das Auffinden des Klarnamens dessen, der Frau Dr. Kellermayr bedroht hat, soeben 100,- Euro überwiesen habe. (Sie bietet auch anderen und auch Natascha Strobl Hilfe an. Ihr solltet sie auch unterstützen, paypal Link auf ihrer Page).

Wenn ich schon zwangsweise die „Wir können nichts finden“ Behörde mit meinem Steuergeld bezahlen muss, kann ich auch eine junge Frau, die dies innerhalb kürzester Zeit privat schafft, unterstützen, oder?

Zugang 3 ist, dass ich dem Absender des Mails an Natascha Strobl gern antworten möchte.

Weil ich immerhin professionell „Kommunikation“ gelernt habe, weiß ich, dass man den Sender dort abholen muss, wo er steht. („Das einzige Ziel von Kommunikation ist die erwünschte Reaktion des Gegenübers“, Bandler/Grinder)
„Mach die Kellermayr“, schreibt er im Betreff.

Dann nimmt er als Anrede

„du grindige hur!“
– Das muss wohl etwas Schichtspezifisches sein. Ich will ja auf Augenhöhe mit ihm reden, also beuge ich mich weit hinunter. Wie ist denn die männliche Form davon?

„du dreckiger Strizzi“? Oder: „du grauslicher Hurenbock“?

Wann machst du jetzt endlich die Kellermayr? (Das ist mir ein bissl unklar – meint er, wann studierst und eröffnest eine Praxis und tust etwas zum Wohle der Menschheit? Frau Strobl hat natürlich auch studiert und tut genau das, oder?)

Dann zitiert er – er scheint wirklich etwas kindlich zu sein – aus dem Zauberer von Oz – genau das Lied, das von den „Munchkins“ gesungen wird:

(Das hab ich in meiner Ausbildung so spannend gefunden: Struktur der Sprache, Milton und Meta Modell.
Mein Lehrtrainer, der geniale Dr. Shapur Homayun, sagte immer: Die Menschen sagen dir eh pausenlos, was mit ihnen los ist und worum es ihnen geht. Du musst nur genau zuhören und hinschauen. Wenn man hinschaut, sieht mans sofort: Da fühlt sich jemand sehr sehr klein)

Er beendet dann das Mail mit
“ du schlampe“

Wenn man jetzt, streng nach Lehre, alles genau ansieht, also zuerst die Beschimpfung und Verächtlichmachung einer Frau, dann der Griff des Unbewussten zu einer Szene, in der kleine Männchen mit kleinem Geschlecht auf übergroße, schöne und/oder gefährliche Frauen treffen und am Ende wieder der Hinweis auf Frauen, die eine freie, selbstbestimmte Sexualität leben („Schlampe“ = Frau, die sich gesellschaftlich und sexuell wie ein Mann benimmt) – dann gewinne ich ein recht deutliches Bild vom Schreibenden.
Ein INCEL.

Oje. Einer von diesen identitären braunen Buben eventuell?
Oder bloß ein „Rauschkind“, wie man früher am Land sagte?

Meine Antwort, sobald ich den Klarnamen hab, wird etwa so sein:

„Geh LEBEN, Bub. Kauf dir Zuneigung, bevor du seelisch noch mehr krepierst. (Weil freiwillig wirst keine bekommen, das geht sich nicht aus)
Und hol dir professionelle Hilfe. Es ist notwendig.“

Ich merk grad, das wird nichts nützen – ich bin ja auch eine von diesen übergroßen, gefährlichen Frauen. Soll ich trotzdem? Aber dann macht er sich gleich nochmal ins Hoserl, oder?


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