Wer bildet eigentlich die grantigen „Wiener Ober“ aus? Bitte das sind wir:

Ich will etwas von Ihnen/euch. Das sag ich gleich am Anfang, damit ihr euch daran gewöhnen könnt und nicht am Ende überrascht seid.

Vielleicht habt ihr meinen Eintrag über die ok! Klasse gelesen? Nicht? macht nichts, ich erklärs euch gern.

Das Sozialministerium und die Bildungsdirektion haben uns gebeten, ein Pilotprojekt durchzuführen – wir sollen 20 Schüler:innen ein Jahr lang beschulen/ausbilden, sodass sie danach entweder eine passende Lehre haben oder aber in die Fachschule weiter gehen können.

(Und so letztendlich zu typischen „Wiener Obern“ werden, so wie der Herr Franz im Ritter, der auf die Bestellung „zwei Pfirsichspritzer, bitte!“ im Gehen einfror, uns entgeistert musterte und schließlich „Pfirsichspritzer? Wos samma? A BAR????“ bellte. „Aperol könnts haben“, meinte er gnädig. Weil wir wissen, was sich gehört, entschuldigten wir uns fast gleichzeitig und bestellten die Aperolspritzer. Oder, vor 30 Jahren, der Ober Thomas im Fassl, der auf die Bestellung eines Touristen „einmal Wiener Schnitzel mit Tunke“ antwortete: „Sehr gern, aber das bringe ich ihnen NICHT“. Gast und Ober einigten sich schließlich auf ein Extrateller. Für die Tunke. )

39 Schüler:innen wurden uns gemeldet – nachdem wir recht ausführliche Kriterien aufgestellt hatten. Alles kochen, alles zumindest kosten (die österreichische Küche ist eine Fleisch-lastige Küche, da grunzt und muht es und knödelt 😉 )die Bereitschaft, im Fachunterricht die vorgeschriebene Kleidung zu tragen, Arbeitstugenden, Lernwille etc etc.

Für die Auswahl machten wir einen Stationenbetrieb – 32 kamen und immer 4 -5 Kids wurden von einem Guide begleitet. Die Kolleg:innen von der Kuchl hatten sich was Tolles überlegt: Fruchtcocktail nach Rezept mixen und die Deko dazu schnitzen, Staffellauf mit Tabletts (Serviergriffe), exotische Früchte erraten und verkosten, den Cocktail trinken.
In den anderen Stationen durften sie kreativ werden – sie konnten sich auf einem A3 Bild der Schule irgendwo selbst abbilden und „uns etwas da lassen“, sie bauten einen Turm im Hof und sie hatten ein Einzelgespräch mit mir bzw, mit meinem Kollegen.
Am Ende des Auswahltages war ganz klar, wen wir aufnehmen würden – 22 haben sich in der Küche so geschickt angestellt, dass wir sicher sind, dass sie für den Beruf geeignet sind. 4 waren auch von den Zeugnissen her so toll, dass wir sie gleich in die Fachschule geben werden.

Und genau für diese insgesamt 26 brauche ich etwas von euch.

Das sind alles Kids, die bis jetzt das gehabt haben, was wir grantigen Wiener:innen

„a ziemlich gschissene Kindheit“ nennen würden.

Da ist alles dabei. Benutzt eure Fantasie bitte, ich exponier die Kids keinesfalls. Sicher ist jedenfalls: Die haben wenig Kohle/keine Familie/schwierige Lebensumstände. Und sie haben alle das Zeug und den Willen, es zu schaffen. Das geht aber nur mit EUCH:

Der Schulbesuch bei uns kostet etwas. Nein, kein Schulgeld. Aber:

Ein komplettes Koch- und Servicegwand mit Schuhen etc – ca. 300 Euro
und: die Kids brauchen einen Laptop (oder ein Tablet) und WLAN – nochmal ca 300 Euro
und: Kochgeld (das essens natürlich selbst wieder auf, aber trotzdem muss es gezahlt werden) ca. 180 Euro

Prospekt Der Walter, 1100 Wien

(Bevor ihr fragt: Ja, wir haben Laptops und Tablets an der Schule, und zwar genau 80 Stück. Die sind aber an Schüler:innen verborgt, wenn wir sie nicht für Prüfungen brauchen – wir haben ca 1000 SuS.
Ja, wir haben auch einen Fundus an Koch- und Servicegwand. Immer wieder mal was ziemlich Abgetragenes, Grausliches, etwas, das liegen geblieben ist nach 3 bzw. 5 Jahren Kochen und Servieren.
Und grad beim Gwand halt ich es für selbstverständliche Menschenwürde und auch für ein motivierendes Zeichen, dass man sein eigenes, neues hat. )

Konkret suche ich jemanden, der

  • mir einen Stapel Koch- und Servicegwand zeichnet mit einem weißen Band drum herum – „hier könnte ihr Logo stehn“ für die Gutscheine/die Promo
  • mir eine Aktion anleiern hilft in der gehobenen Gastro mit diesen Gutscheinen
  • die diversen Vereinigungen kennt/anhauen kann, also die Lionessen, die Lions, die Soroptimistinnen etc etc.

(Ich hab natürlich schon Namen im Kopf, die Damen verständige ich außerhalb des Blogs! 😉 )

Was Ihr davon habt? Zugriff auf das Projekttagebuch, den Abschlussbericht, die Möglichkeit, Werbung für euch zu machen….bin für jede Schweinerei zu haben. (aber ernsthaft, ich schätze euch nicht so ein, dass ihr das nur tut, wenn ihr was davon habt)

(Ach ja, bitte: Bitte kein Bargeld, wir sind eine öffentliche Schule, ich darf nicht Bank oder sowas spielen und auch nix einsammeln in dem Sinn – Wartet auf die Gutscheine und/oder eine andere Möglichkeit, ich informiere euch unmittelbar hier im Blog!)

Ein Kommentar

  1. Ich kann’s auf Facebook nicht kommentieren, daher mache ich es hier. Ich finde das Projekt großartig und teile Ihren fb Post gerne. Ich musste jedoch eine ganze Menge Begriffe goggeln, weil sie mir nicht geläufig waren. SuS,SPF oder selbst die Schulbezeichnung sind in meinem Otto-Normalverbraucher Vokabular nicht enthalten gewesen. Wäre schön, wenn Sie das auch für schulfremde Personen verständlich machen könnten. Wie immer erschüttert bin ich, dass das Projekt nur halbherzig finanziert wird. Ich wünsche viel Erfolg bei der Partner/Sponsorensuche und dass das Modell, wie man so schön sagt, Schule macht 😉 Herzlichen Gruß
    Cornelia Weissmann

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