Wie es zu diesem Blog kommt

Konferenz. Online, weil ja Corona. Kollegin X. meldet sich. Die Schüler_innen sollen doch vor Weihnachten die geborgten Netbooks und Laptops zurückbringen, diese müssten neu aufgesetzt werden für die Schularbeiten bzw. für die Matura, und das gäbe sonst wieder Stress…(das ist natürlich Unsinn, es geht bloß um die Bequemlichkeit, SA und Matura schreiben wir in den 5 EDV Sälen auf den fixen PCs)  

Aber die Kinder brauchen die Geräte ja fürs Online-Learning, oder? (Der junge, engagierte Kollege traut sich, im Chat zu fragen)

Kollegin Y. meint, die Kinder sollten sich eben zu Weihnachten einen Laptop wünschen. Kollegin Z. stimmt sofort mit ein : Ja, für manche sei Bildung eben nicht wichtig, oder? Weil die neuesten Handys hättens eh…..

Der junge Kollege muckt schon wieder auf (den mag ich, der hat Rückgrat!) und merkt an, dass Handys eben oft Bestandteil eines Vertrages seien…

Dies löst in mir drei Dinge aus:

  1. Ich schreibe in den Chat, dass er natürlich recht hat, wir hier aber offenbar Klassismus brauchen
  2. Auf meinem Facebook Account schreibe ich, dass die Kolleg_innen ihr Rückgrat nur haben, damit sie nicht über den Boden kriechen müssen
  3. Und ich erinnere mich blitzartig an die vielen Gelegenheiten, wo ich Kolleg_innen von ihrer widerwärtigsten Seite erleben durfte. Mit all den Konsequenzen, die das für die Kids hat(te).

Das sollte ich endlich aufschreiben, denk ich mir. Wo ich doch in meiner Bachelor-Arbeit schon darüber geschrieben habe, warum die AMS Maßnahmen für Jugendliche ihr Ziel verfehlen. Das war sehr ausführlich damals, weil ich fast 10 Jahre Lehrlinge betreut und ausgebildet habe bei Maßnahmenträgern des AMS.

Immerhin kann ich jetzt über viele Schulen und Schultypen etwas berichten, die letzten 10 Jahre habe ich ja wieder ganz klassisch unterrichtet, an der Volksschule, der Sonderschule, der Polytechnische Schule, der Fachschule f wirtschaftliche Berufe.

Und da ist er nun, der Blog.

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